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Auch im Urlaub achte ich auf die Umwelt!

Urlaub machen ja, aber ohne dabei die Natur zu zerstören! Wir erklären euch, wie ihr euren ökologischen Fußabdruck verringern und trotzdem einen tollen Urlaub verbringen könnt.

Man spricht heute oft von „Slow Travel“ oder auch nachhaltigem Tourismus und meint damit eine neue Art des Reisens. Es ist ein Trend, bei dem man mit einer anderen Grundeinstellung reist. Wir verraten euch, wie ihr euren Urlaub ein wenig nachhaltiger gestalten und durch das Befolgen einiger einfacher Tipps etwas bewirken könnt.

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Wie wähle ich ein nachhaltiges Reiseziel aus?

Das ist die erste Frage, die es zu beantworten gilt. Ihr träumt davon, dem Alltag zu entfliehen und exotische Strände zu entdecken, doch wenn ihr nicht zufälligerweise ganz viel Zeit zur Verfügung habt, könnt ihr nicht aufs Fliegen verzichten, um das zu erreichen. Und Fliegen schadet der Umwelt. Wusstet ihr, dass bei einer Flugreise mehr als doppelt so viel CO2 ausgestoßen wird wie bei einer Autofahrt und mehr als 30 mal so viel wie für dieselbe Strecke mit dem Zug? Ein Beispiel: Für die Strecke Paris – Lyon (466 km) benötigt ein Zug zwei Stunden und stößt dabei 1,49 kg CO2 aus. Ein Flugzeug legt dieselbe Strecke in einer Stunde zurück, jedoch mit Emissionen von 96,6 kg CO2, wie die französische Agentur für Umwelt und Energie ADEME (ademe.fr) ausgerechnet hat.

Nachhaltiges Reisen bedeutet daher im Idealfall: Wählt ein Urlaubsziel, das in eurer Nähe liegt und mit dem Zug erreichbar ist. Wenn ihr trotzdem beschließt, zu fliegen, weil es viel schneller ist oder vielleicht die einzige Möglichkeit, eure Urlaubsdestination zu erreichen (das kann man ja verstehen), hier einige Tipps:

 

Verbringt mehrere Tage vor Ort. So könnt ihr euer Reiseziel besser kennenlernen und euer CO2-Fußabdruck lohnt sich eher.

Legt auch im Urlaub eure guten Gewohnheiten nicht ab: Benutzt vor Ort öffentliche Verkehrsmittel, ein Fahrrad oder geht auch mal zu Fuß.

Einige Reisebüros bieten die Möglichkeit an, die mit eurer Reise verbundenen CO2-Emissionen zu kompensieren. Ein gutes Mittel, um ans andere Ende der Welt zu reisen, ohne dem Planeten zu schaden!

Wie kann ich meinen CO2-Fußabdruck verringern?

Einwegtüten aus Plastik, Strohhalme, Wasserflaschen, Zigarettenstummel … Wenn ihr nicht aufpasst, hinterlässt ihr auch im Urlaub viel Abfall! Doch mit ein bisschen Vorausplanung könnt ihr vieles vermeiden.

Nehmt eure eigene Trinkflasche mit, wenn man das Leitungswasser am Urlaubsort trinken kann, oder kauft eine Flasche mit einem Wasserfilter, die ihr überall auf der Welt auffüllen könnt. Dadurch vermeidet ihr viel Müll durch leere PET-Flaschen.

Sammelt euren Müll ein und entsorgt ihn anschließend im Mülleimer. Werft am Strand keine Zigarettenstummel weg (es dauert ganze zwei Jahre, bis ein Zigarettenstummel zersetzt ist!).

Nehmt einen Stoffbeutel für eure Strandsachen und zum Einkaufen mit. Wir können es nicht oft genug wiederholen: Verzichtet bitte unbedingt auf Plastiktüten! Bis sie vollständig zersetzt sind, dauert es 400 Jahre, und zudem stellt Plastik eine große Gefahr für die Meerestiere dar.

 

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Denkt bei der Cocktail-Bestellung im Hotel oder Restaurant daran, darauf hinzuweisen, dass ihr keinen Strohhalm benötigt. Ihr meint, ein Drink ohne Strohhalm sei unvorstellbar? Dann bringt euren eigenen Trinkhalm mit, aus Metall oder Bambus!

Ihr wollt konkrete Zahlen? Plastik-Trinkhalme sind zu klein, um recycelt zu werden. Laut der Organisation Seas at Risk werden in der EU jedes Jahr 36,4 Milliarden Strohhalme verwendet. In Frankreich landen allein in der Fastfood-Industrie täglich 8,8 Millionen Trinkhalme im Müll.

Wenn ihr wandern geht, achtet auf die Umwelt. Werft keine Zigarettenstummel weg und entfacht keine Lagerfeuer, diese könnten einen Waldbrand verursachen. Tiere und Pflanzen sind möglicherweise geschützt, bleibt also auf den gekennzeichneten Pfaden, um euch selbst und die Natur nicht zu gefährden.

 

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Unterkunft vor Ort

Im Hotel: Bittet darum, dass man eure Bettwäsche und Handtücher nicht täglich wechselt und duscht, anstatt ein Bad zu nehmen, damit spart ihr viel Wasser!

Mietunterkunft: Wenn ihr über längere Zeit eine Unterkunft mietet, sei es von Privatpersonen oder in einem Bed&Breakfast, könnt ihr eure Recycling-Gewohnheiten beibehalten und Lebensmittel aus der Region einkaufen. Als weitere Alternativen kommen Jugendherbergen oder die Miete eines Bungalows als Gruppe in Frage.

Denkt aber auch an weniger bekannte, naturnahe Optionen: Camping auf dem Bauernhof, Aufenthalt im Bauwagen usw. Ihr findet bestimmt eine Unterkunft, die zu euch passt!

 

Und was packe ich in meinen Kulturbeutel?

Um keine Wattepads, Duschgel- und Shampoo-Flaschen im Müll zurückzulassen, empfehlen wir euch, einen Gesichtsreinigungs-Handschuh sowie Duschgel und Shampoo im praktischen Öko-Format mitzunehmen.

 

Souvenirs aus dem Urlaub

Wir alle möchten aus dem Urlaub gerne ein Souvenir mit nach Hause nehmen. Dazu gilt es jedoch, einige Grundregeln zu beachten, um auch hier die Natur zu schützen.

Sand, Muscheln, Kieselsteine: An einigen Orten ist es verboten, diese mitzunehmen. Gegenstände aus der Natur sollten ganz allgemein besser in ihrer natürlichen Umgebung belassen werden.

Pflanzen und Tiere: Informiert euch gut, bevor ihr etwas kauft, ihr könntet, ohne es zu wissen, zum Aussterben einer Art beitragen.

Durch den Kauf von Produkten aus der Region unterstützt ihr hingegen die Wirtschaft vor Ort, das ist also sicher eine gute Idee!

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Selbst wenn ihr schöne Erinnerungen sammeln möchtet, solltet ihr gegenüber Besuchen und Ausflügen mit Tieren, die normalerweise in freier Wildbahn leben, misstrauisch sein. Bei solchen Aktivitäten werden die Tiere nicht immer unter guten Bedingungen gehalten und die Ausflüge entpuppen sich oft als „Touristenfallen“ (Fotos mit einem Tiger-Baby, Elefantenritte usw.).

Wir raten euch, euch gut über die Misshandlung von Tieren zu informieren, bevor ihr eine Aktivität bucht. Es gibt respektvollere Optionen (zum Beispiel die Mithilfe in einer Auffangstation für Wildtiere), bei denen ihr außerdem mit den Einheimischen in Kontakt kommt und einzigartige Erfahrungen machen könnt.

 

Und was sind eure Öko-Gewohnheiten im Urlaub? Teilt es uns in den Kommentaren mit!

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